Simulationsmethoden im Brandschutz

und in der Gefahrenabwehr

INURI - Lange Nacht der Wissenschaften 2011 wieder gut besucht

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Vorführungen von INURI werden zu Highlights der Langen Nacht!

Auch 2011 herrschte wieder ein großer Andrang auf dem Aktionsstand von INURI gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Schöneberg der Berliner Feuerwehr

 

Unter dem bereits bewährten Motto "Brand – Wissenschaft – Feuerwehr. Wie Mathematik hilft, Ihr Leben zu retten" stellte die INURI - Interessensgruppe am 28.5.2011 im Fachbereich Mathematik und Informatik der FU-Berlin wieder ihr Forschungsgebiet vor.

In diesem Jahr bekam unser Programm durch die Ereignisse der letzten Monate eine ungewollte Aktualität. In Berlin gab es seit Beginn des Jahres 2011 eine grosse Anzahl von Bränden in Treppenhäusern. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Berlin waren es im Zeitraum vom 1.1 - 19.5.2011 insgesamt 154 vorsätzlich gelegte Brände. Das heisst etwa jeden Tag kam es zu einer Brandstiftung in einem Berliner Treppenhaus. Bei diesen Bränden wurden zahlreiche Menschen verletzt und es sind leider auch Tote zu beklagen. Über die Brandserie in Treppenhäusern wurde in den Berliner Medien sehr ausführlich berichtet. Die Anzahl besorgter Bürger, die z.B. bei der Berliner Feuerwehr um Informationen nachfragten, stieg sprunghaft an.


Hauptursache ist der toxische Brandqualm, der sich sehr schnell in den Gebäuden ausbreiten kann. Diese Thematik wurde von INURI bereits in den vergangenen Jahren in den Mittelpunkt der Aufklärungsarbeit zum Richtigen Verhalten im Brandfall gestellt. So verwunderte es nicht, dass die Besucher gerade zu diesem Thema zahlreiche Fragen hatten. Mit unserem neuen in Kooperation mit der Berliner Feuerwehr erstellten Aufklärungsfilm war INURI gut aufgestellt. Die vorteilhaften Möglichkeiten der numerischen Simulation zur anschaulichen Vermittlung von Informationen zum Brandschutz und zur Brandprävention zeigten sich deutlich. Die Folgen von falschem und richtigem Verhalten im Brandfall wurden eindrucksvoll und anschaulich demonstriert.

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Eingebettet in dem Vortrag „Was passiert wenn die Feuerwehr kommt?“ wurden mit Hilfe der mathematischen Brandsimulationsmethoden das richtige Verhalten im Brandfall und der Ablauf vom Notruf bis zum Eintreffen der Feuerwehr vorgestellt. Mit der Hypothese, dass die Zuschauer durch ein Feuer im Seminarraum eingeschlossen sind, wurde in einem Filmbeitrag der Ablauf vom Notruf bis zum Eintreffen der Feuerwehr gezeigt. Durch diese „Live-Schaltungen“ in die Feuerwehrleitstelle und eine Feuerwache konnten die Zuschauer die Geschehnisse von der Alarmierung bis zum Ausrücken der Einsatzkräfte miterleben. Als dann wenig später zum begeisterten Erstaunen der Zuschauer die Feuerwehr mit Blaulicht und Martinshorn vor dem Seminarraum eintraf und in voller Ausrüstung in den Seminarraum kam, war die Überraschung perfekt. Symbolisch wurde ein Zuschauer mit der Rettungshaube in Sicherheit gebracht.

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Zwischen den Vorträgen wurden auf Schautafeln, Postern und in Filmen auf 4 Grossbildschirmen Informationen zur Brandsimulation, zum Brandschutz und der Arbeit der Feuerwehr dargestellt. Während dieser Ausstellung waren Mitglieder von INURI und der Feuerwehr stets zur Stelle, um die aufkommenden Fragen der Besucher zu beantworten. Ein extra hergestelltes „Brandschutz-Würfelspielbrett“ beschäftigte grosse und kleine Kinder und war als Preis begehrt. Jann, der Bär war verteilte es an die Kinder.

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Das Highlight des Abends war jedoch für die meisten Besucher der Gang durch den „Rauchtunnel“. Nach dem Vortrag "Wie entkomme ich lebend" wurde den Besuchern die Möglichkeiten der Feuerwehr zur Personenrettung exemplarisch vorgeführt. Danach konnten die Zuschauer in einem mit Theaternebel gefüllten Gang die beklemmende Wirkung von "Rauch" selbst erleben. Unter beständiger Aufsicht durch die Kameraden der FF-Schöneberg nutzen ca. 200 Besucher die Gelegenheit. Sie stellten fest: "Man sieht nix!".

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Bei dieser Aktion wurden wir unterstützt von der Freien Universität Berlin, insbesondere der Dienststelle Arbeitssicherheit, sowie der Freiwilligen Feuerwehr Schöneberg, den Brandschutzerziehern und dem Stab Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Berliner Feuerwehr.

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Ein besonderer Dank geht an die Elisabeth Schubert-Zink Stiftung, die uns bei der Finanzierung der Aktion geholfen hat, sowie das Team von der Firma Carsten Krüger Film- und Fernsehproduktions GmbH, die mit großem Engagement geholfen haben, den Kurzfilm zu erstellen.

Weitere Bilder der Langen Nacht am Fachbereich Mathematik und Informatik der FU-Berlin.

 

Text: Kristof Heitmann, Matthias Münch
Fotos: INURI